Norbert Jäckle
Sascha Büttner: Fotografie
Köln

Alles, was er vorführt, ist ein einziges Zeugnis seines Auges. Sascha Büttner, schon als Student berüchtigt, stets kontrovers diskutiert, ist einer jener Künstler, deren kindsköpfiges Interesse an neuen Technologien eben nicht zum Bruch mit der Malerei, sondern zu deren steter Weiterentwicklung und der These geführt hat, das Geschwätz vom Ende der Malerei sei im Zeitalter der Computer zu vorschnell. Er geht sogar so weit, zu sagen, seine Art zu fotografieren habe ihn davon überzeugt, daß Spachtel und Bitumen uns immer neue Blickwinkel auf die Welt erschließen werden.
Seine Zweifel an der Objektivität der Fotografie begründet er mit dem Hinweis auf Schlachten, die für Fotografen geschlagen werden, und darauf, daß wer den Schrecken mit der Kamera festhalte, notwendigerweise parteiisch sei. Jede Aufnahme eine Show und damit alles andere als real, so seine Kritik, die im Einklang mit der Feststellung steht, die Gegenwart einer Kamera ändere die Wirklichkeit.
Sobald der Experimentierwütige, der sich an den vielfältigen neuen Medien versucht, dabei mit Foto, Polaroid, Computer, Fax und Ink-Jet-Druck arbeitet, über den Stand der Kunst redet, kreisen seine Gedanken um das Konzept der "Distanzaufhebung", die "Unlogik des Zweidimensionalen" und um den Einfluß moderner Reproduktionstechniken auf unsere Art, Welt zu sehen.
Zwei zentrale Punkte in seinen Überlegungen zum Sehen sind die Frage der Perspektive, die eine Erfindung der Renaissance ist, und die Idee des Fluchtpunkts, die helfen soll, Abbildungen realistischer zu gestalten, jedoch den Verlust der Unendlichkeit beinhaltet.

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