Installation für den öffentlichen Raum Nr. 1

 

Ort: ehem. "Rampe", Schlachthof Wiesbaden, Gartenfeldstr. 57

Materialien: Betonpflastersteine (20 x 20 x 10 cm, 2400 Stück),
30 Fotografien (30 x 40 cm; s/w), verschiedene "Fundsachen"

Größe: Die maximale Ausdehnung der Installation beträgt 70 x 85 Meter

Dauer: 48 Stunden (28. bis 30. Juli 1995), begehbar während der Veranstaltung
"48h - kunst los", ein überregionales Kunstmeeting am Schlachthof Wiesbaden

Beschreibung:

Die große Fläche hinter dem Schlachthof ist übersät mit Pflastersteinen. Es sieht aus wie nach einer Straßenschlacht oder nach einer Explosion. Die Ordnung eines Weges ist nicht zu erkennen. Scheinbares Chaos herrscht. Die Pflastersteine aber wurden nicht dem Boden entrissen. Dieser ist mit Beton versiegelt. Bei genauerem Hinsehen bemerkt man, daß sich die Steine zur ehem. Rampe hin verdichten, enger beisammen liegen, ohne daß sie sich jedoch berühren. Die Steine bleiben isoliert voneinander. Einige Pflastersteine beschweren Fotografien, liegen auf ihnen, halten sie fest. Die Fotografien sind nicht eingepackt. Sie sind der Witterung, den Einwirkungen von Außen ausgesetzt. Die Fotografien sind dokumentarische Momentaufnahmen des Mahngangs anläßlich des fünfzigsten Jahrestages der Deportation der Wiesbadener Juden. Des weiteren werde ich "Fundsachen", die ich vor Ort finde, in die Installation mit einbeziehen, um so einen "Zeitbogen" zum Hier und Jetzt zu spannen. Die Pflastersteine symbolisieren den oder einen Weg. Jeder Stein für sich ist Träger dieser Botschaft. Das Auseinanderreißen, das Nichtvorhandensein eines Weges soll den/die Betrachter/in zum Nachdenken anregen. Die Installation wird begehbar sein, und das Publikum ist aufgefordert, den Steinen seine Ordnung "aufzuzwingen".

 

Sascha Büttner im Januar 1995

 

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