Sascha Büttner

Erinnerung, Detail (1997)

Es begann damit, daß ich Dreck, vermengt mit Pigment und Öl, auf eine Leinwand schleuderte. Später nahm ich Topferde. Oder Sand. Auch schleuderte ich nicht mehr, ich spachtelte die Masse auf die Leinwände. Ein andermal nahm ich funiertes Sperrholz als Farbträger. 1996 spachtelte ich mit einer Spachtel und reiner Ölfarbe drei Parallelen auf eine Leinwand. Im gleichen Jahr spaltete ich einen Hackklotz in genau zwei Teile. Tags zuvor blätterte ich schnell ein Buch über die Mafia durch und entdeckte verschiedene Diagramme. Die Schaltschemata habe ich aus einem Buch, das 1986 erschien. In der Schule kritzelte ich mit Eddings wirre Linienmuster an die Innenseiten der Klotüren. Im Frühjahr dann malte ich viele Parallelen auf ein Blatt Papier. Danach malte ich monochrome Bilder. Hin und wieder fotografiere ich. 1997 schmolz ich Bitumen direkt auf einer Herdplatte. Gestern warf ich einiges in die Luft und ließ es ungestört zu Boden kommen. Zuvor sagte ich, daß Bitumen die Antwort auf alle Fragen sei.

Aufgezeichnet von Gerd Selant, 1997

 

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