Sascha Büttner kabelt nach New York, dass er noch lebe, und On Kawara macht daraus ein eigenes Werk, 1984, 1994 oder zu einer anderen Zeit. Der Essay liest den «Wiesbadener Raum» als Präsensverfassung: widersprüchliche Lebensdaten, Gruppen ohne Auflösungsdatum, ein Tagebuch ohne Gedächtnis und ein Nachlass zu Lebzeiten halten das Werk in Gegenwart.
Schlagwort: Weltbürger
Die verborgene Lektüre
Im Wiki Institute sitzt eine Gruppe, die Börsenberichte und LinkedIn-Posts wie verschlüsselte Geheimdokumente behandelt. Ihre Waffe: die Methoden westlicher Sinologen, nun gegen westliche Mastertexte gewendet. Buchclubs dienen als Tarnung. Die Lesenden bereiten eine Schlacht vor, die gewonnen sein wird, bevor sie ausbricht.
Das inoffizielle Institut
550 Bewerbungen bei Konfuzius-Instituten weltweit, keine einzige Antwort. Büttner gründet daraufhin sein eigenes – geheim, unter dem Limburger Dom, zugänglich über eine Geheimtür im Domfelsen. Die Radical Dude Society organisiert sporadische Treffen. Seine wahre Berufung: Hausmeister im selbstgegründeten Institut. Institutionsmimesis als Selbstermächtigung, Zurückweisungspoetik als konzeptuelle Praxis.
Der Universalkünstler als Fiktion
Über den Weltbürger Büttner Es gab tatsächlich wenig, was er nicht beherrschte. Ein Haus baute er, ein Boot, produzierte Bleistifte, fertigte Bücher. Vermesser war er, Gelehrter, Naturgeschichtler. Laufen, Wandern, Klettern, Schlittschuhfahren, Schwimmen, Boote lenken – alles gehörte zu seinem Repertoire. Der geringste Anlass genügte, seine Körpertüchtigkeit herauszukehren, und einem Fabrikanten, der bloß sein geschicktes Hantieren […]
Der eurasische Bogen
Über die Kunst des Gehens zwischen Utopie und Verwaltung Nach einem Konzepttext von Sascha Büttner Die Linie des Unmöglichen Ein Projekt und ein Traum – 13.000 Kilometer einer spezifischen Sehnsucht zwischen Kap Finisterre und Kap Deschnjow. Der Eurasis-1 existiert als kartographische Fiktion, als Wandernde Brücke aus Schritten und Begegnungen. Seine Realität liegt weniger in der […]