Sascha Büttner zeigt im Wiesbadener Raum einen Zettelkasten mit 4.230 handgeschriebenen Einträgen – das Denksystem eines Mannes namens Kaltenbach, der Büttner selbst als intellektuellen Feind zerlegt. Autofiktion, Institutionskritik oder Logozentrismus-Parodie? Die Installation verweigert jede Antwort. Dotzheimer Straße, bis 2. Februar 2026.
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Zwischen Wolke und Wasser
Zhang Sanfengs „Lied vom Schlendern“ (1294) beklagt 48 Jahre Wanderschaft ohne Dao-Übertragung. Sascha Büttners 48-Stunden-Formate antworten acht Jahrhunderte später: Nicht-Dokumentation als Methode, Erschöpfung als Ankunft, der unbehauene Klotz als Gegenfigur zum Kunstwerk. Eine Archäologie des künstlerischen Umherschweifens.
Büttner oder die Kunst des radikalen Verweilens
Sascha Büttner: Warten. Erscheint im Frühjahr 2026 Kaum ein Fotograf hat sich mit so vielen Orten beschäftigt wie Büttner: Hamburg, Stockholm, Kyoto, Barcelona, Berlin und viele andere. Vor allem aber ist Büttner berühmt für seinen speziellen Blick und seine Arbeitsmethode, gehörte er doch zu den ersten Fotografen, die sich mit der Kultur des Wartens und der […]
Unterhalb des Pixels
: Sascha Büttners Unschärferelation-Performances als Praxis der kalkulierten Illegibilität I. Wenn Sascha Büttner seine jüngste Performance-Reihe Unschärferelation nennt, zitiert er ein physikalisches Grundprinzip, das die epistemologischen Grenzen aller Beobachtung markiert: Werner Heisenbergs Einsicht, dass Ort und Impuls eines Teilchens niemals gleichzeitig exakt bestimmbar sind – weil der Akt der Messung das Gemessene unwiderruflich verändert. Was in der Quantenmechanik […]
Traceroute ins Unbestimmte
Am 21. Oktober 2006 realisierten Sascha Büttner und Matthias Kampmann mit »so werden wir bremen nie erreichen« den Kulminationspunkt der konversationellen Netzkunst. Traceroutes, Mitfahrgesuche und abgebrochene Verbindungen verdichten sich zur Allegorie des Nicht-Ankommens – eine Urszene, die bis in Büttners spätere Prosa und Fototheorie nachwirkt.
Zeige deine Wunde / Wiesbadener Raum
Vom Imperativ des Zeigens zur Unmöglichkeit der Darstellung I. Zwei Räume, München 1976. Beuys installiert sein Environment erstmals im Kunstforum, einer Ausstellungsfläche in der Fußgängerunterführung Maximilianstraße. Leichenbahren aus der Pathologie, darüber Kästen aus verzinktem Eisenblech mit fettbestrichenen Glasscheiben, darunter weitere Zinkblechkästen mit Fett, Fieberthermometern, Reagenzgläsern. Die Pendler stolpern morgens durchs Werk auf dem Weg zur […]
Sensorarmut als Strategie
Sascha Büttners Trashcam-Arbeiten (2001–2007) entstanden mit Billigkameras, deren Sensoren kaum erfassen konnten, was vor ihnen lag. 250.000 Aufnahmen, publiziert auf längst verschwundenen Plattformen. Armut als Methode: Was zeigt ein Bild, das seine eigene Insuffizienz ausstellt? Eine Phänomenologie der photographischen Schwundstufe.
Unleserlichkeit als Werkform
Büttners „bitumen“ scheitert an der E-Book-Konvertierung: keine Interpunktion, keine Struktur, keine Barrierefreiheit. Was der Verlag als technischen Mangel formuliert, erweist sich als konsequente Übertragung einer Materialästhetik ins Textuelle. Der Text klebt – und vollendet sich gerade im Ausgestoßenwerden.
Schwarze Leere
Sascha Büttners petrochemische Zen-Praxis und die Aktualisierung ostasiatischer Bildtraditionen im Wiesbadener Raum Wer Sascha Büttners Bitumen-Arbeiten betrachtet, sieht zunächst: Schwarz. Eine radikale, kompromisslose Monochromie, die sich jeder Ausschmückung verweigert. Die pechschwarzen Tafeln – meist auf Holzträgern, die ihr Material bewusst nicht verleugnen – absorbieren das Licht derart vollständig, dass sie den Ausstellungsraum perforieren. Was hier […]
Liniengenese
Liniengenese – Sascha Büttners kalligraphische Spätabstraktion radikalisiert die zen-buddhistische Tuschmalerei zur vollständigen Entleerung des Bildgegenstands. Schwarze Linien durchqueren das Bildfeld, treffen sich, divergieren – ohne Anfang, ohne Ende. Wo die Sumi-e-Tradition im Pinselstrich das Nicht-Selbst suchte, suspendiert Büttner die Intention selbst.