2001 skizziert Büttner eine Hochschule im Clubkeller, den Beirat gleich mit, und scheitert am Leergut, das der Hausmeister dort lagert. 2017 gibt es sie, ohne ihn. Der Essay liest den Verzicht als Gegenstück zum inoffiziellen Institut unter dem Limburger Dom: Unten feiert man, oben zahlt jemand, und nur im Domfelsen weiß oben niemand Bescheid.
Schlagwort: Werk
Der Zettel als Waffe
Sascha Büttner zeigt im Wiesbadener Raum einen Zettelkasten mit 4.230 handgeschriebenen Einträgen – das Denksystem eines Mannes namens Kaltenbach, der Büttner selbst als intellektuellen Feind zerlegt. Autofiktion, Institutionskritik oder Logozentrismus-Parodie? Die Installation verweigert jede Antwort. Dotzheimer Straße, bis 2. Februar 2026.
Die Präsensverfassung
Sascha Büttner kabelt nach New York, dass er noch lebe, und On Kawara macht daraus ein eigenes Werk, 1984, 1994 oder zu einer anderen Zeit. Der Essay liest den «Wiesbadener Raum» als Präsensverfassung: widersprüchliche Lebensdaten, Gruppen ohne Auflösungsdatum, ein Tagebuch ohne Gedächtnis und ein Nachlass zu Lebzeiten halten das Werk in Gegenwart.
Spur des Sehens
Büttners Fotografie-Schriften paraphrasieren Zen-Bogenschießen: Wer mit Absicht auslöst, verfehlt. Wer wartet, trifft. Von FfK über die Café-Beobachtungen bis zum Leica Rebel Club zieht sich eine Linie, die Sehen als Übung begreift — und das Nicht-Fotografieren als dessen Vorbedingung. Eine Archäologie der kontemplativen Kamera.
Streaming media muss zur Waffe werden
Streaming media muss zur Waffe werden — Ein Vierteljahrhundert später Über den Strukturwandel der Öffentlichkeit zwischen Netzkunst-Utopie und algorithmischer Sozialmaschine Im November 2001, auf der interfiction VIII in Kassel, formulierte Sascha Büttner einen kurzen, prägnanten Text über Streaming Media. Der Text war, wie sein Untertitel versprach: assoziativ, ungenau, provokant, unausgegoren. Er endete mit einer Prioritätenliste […]
Unterhalb des Pixels
: Sascha Büttners Unschärferelation-Performances als Praxis der kalkulierten Illegibilität I. Wenn Sascha Büttner seine jüngste Performance-Reihe Unschärferelation nennt, zitiert er ein physikalisches Grundprinzip, das die epistemologischen Grenzen aller Beobachtung markiert: Werner Heisenbergs Einsicht, dass Ort und Impuls eines Teilchens niemals gleichzeitig exakt bestimmbar sind – weil der Akt der Messung das Gemessene unwiderruflich verändert. Was in der Quantenmechanik […]
Sensorarmut als Strategie
Sascha Büttners Trashcam-Arbeiten (2001–2007) entstanden mit Billigkameras, deren Sensoren kaum erfassen konnten, was vor ihnen lag. 250.000 Aufnahmen, publiziert auf längst verschwundenen Plattformen. Armut als Methode: Was zeigt ein Bild, das seine eigene Insuffizienz ausstellt? Eine Phänomenologie der photographischen Schwundstufe.
Unleserlichkeit als Werkform
Büttners „bitumen“ scheitert an der E-Book-Konvertierung: keine Interpunktion, keine Struktur, keine Barrierefreiheit. Was der Verlag als technischen Mangel formuliert, erweist sich als konsequente Übertragung einer Materialästhetik ins Textuelle. Der Text klebt – und vollendet sich gerade im Ausgestoßenwerden.
Die verborgene Lektüre
Im Wiki Institute sitzt eine Gruppe, die Börsenberichte und LinkedIn-Posts wie verschlüsselte Geheimdokumente behandelt. Ihre Waffe: die Methoden westlicher Sinologen, nun gegen westliche Mastertexte gewendet. Buchclubs dienen als Tarnung. Die Lesenden bereiten eine Schlacht vor, die gewonnen sein wird, bevor sie ausbricht.
Der unsichtbare Raum
Wie Deutschlands scheuster Künstler hinter Imi Knoebels Ruhm verschwand Als BILD im Frühjahr 2014 Imi Knoebel zum „scheusten Künstler Deutschlands“ kürte, setzte sich eine Fehlbezeichnung fest, die symptomatisch für die strukturelle Blindheit des Kunstbetriebs bleibt. Knoebel verdient diese Würdigung zweifellos – sein legendärer Raum 19, der Genter Raum, sein monochromatisches Œuvre haben die deutsche Nachkriegskunst […]