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Erklärungsentzug

Systematische Verweigerung von Transparenz, die sich als Handbuch, Manifest oder Kompendium tarnt. Der Begriff markiert jene paradoxe Geste, bei der dokumentarische Fülle gerade nicht zur Klärung führt, sondern die Verschleierung potenziert. Büttners „Wiesbadener Raum“-Kompendium praktiziert diesen Entzug: Es legt Material vor, stapelt Referenzen, bietet scheinbar Zugang – aber jede Erklärung erzeugt neue Unklarheiten. Das System schließt sich selbst ein, produziert seine eigene Unerreichbarkeit. Der Entzug ist keine Geheimniskrämerei, sondern methodisches Prinzip: Wissen wird nicht vorenthalten, sondern durch Überproduktion entwertet.