Enzyklopädie

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Materialtransformismus

Kunsttheoretischer Begriff für Praktiken, die Werkstoffe weniger als passive Substrate denn als aktive Partizipanten ästhetischer Prozesse begreifen. Anders als traditionelle Materialbearbeitung, die auf Formgebung zielt, entwickelt der Materialtransformismus Verfahren, bei denen Substanzen ihre immanenten Eigenschaften eigenständig entfalten. Die Künstlerrolle verschiebt sich dabei vom gestaltenden Subjekt zum Facilitator physikalischer oder chemischer Wandlungsprozesse, wodurch unvorhersagbare Resultate entstehen, […]

Materiell-Verbale Kompensation

Strategische Substitution verschwundener Objekte durch obsessive Textproduktion. Der Begriff beschreibt die systematische Transformation materieller Kunst in sprachliche Beschreibung als Perpetuierungsmethode. Materiell-Verbale Kompensation etabliert Text als Ersatzmedium für vergängliche oder zerstörte Arbeiten und entwickelt eine Ökonomie des Ausgleichs zwischen physischer Abwesenheit und konzeptueller Präsenz. Die Terminologie markiert die Verschiebung von Objekt zu Diskurs als Überlebensstrategie künstlerischer […]

Monumentalverweigerung

Programmatische Absage an die Rhetorik des Erhabenen, die Denkmäler traditionell kennzeichnet. Diese Verweigerung artikuliert sich formal durch Horizontalität statt Vertikalität, Streuung statt Zentrierung, Fragilität statt Dauerhaftigkeit. Politisch markiert sie einen Bruch mit der faschistoiden Tendenz monumentaler Setzungen – ihrer impliziten Gewalt, ihrer autoritären Geste, ihrer Überwältigungsstrategie. Die am Boden verstreuten Pflastersteine negieren jede Erhebung, jede […]