Enzyklopädie

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Unmarkierbarkeit

Widerstandsstrategie gegen Musealisierung und Spekulationslogik durch formale Heterogenität. Büttners „Stil der Stillosigkeit“ verweigert jene ästhetische Konsistenz, die Künstleridentitäten als handelbare Brands konstituiert. Was sich nicht als kohärentes Oeuvre greifen lässt, kann nicht reibungslos in kuratorische Narrative oder Marktmechanismen integriert werden. Unmarkierbarkeit schützt das Werk vor Verdinglichung, erhält seine diskursive Flexibilität. Die Strategie operiert auf formalästhetischer […]

Unsichtbarkeitsinfrastruktur

Organisatorisches Gerüst für Praktiken, die sich bewusst der Dokumentation entziehen. Die Radical Dude Society fungiert historisch als solche Infrastruktur – sie ermöglicht Treffen, Performances, Zusammenkünfte, ohne selbst ins Sichtbarkeitsregime einzutreten. Diese Infrastruktur arbeitet konstitutiv im Verborgenen: keine Pressemitteilungen, keine Archivierung, keine institutionelle Anerkennung. Sie schafft Möglichkeitsräume für ephemere Ereignisse, die zu prekär, zu widerständig sind […]

Untergrundpädagogik

Lehre, die sich bewusst außerhalb offizieller Bildungsinstitutionen positioniert. Das geheime Konfuzius-Institut praktiziert Untergrundpädagogik durch radikale Dezentralisierung: keine Curricula, keine Zertifikate, keine institutionelle Anerkennung. Die Lehre geschieht sporadisch, organisiert von der Radical Dude Society, zugänglich nur für Eingeweihte. Diese Pädagogik verweigert messbare Lernziele – sie kultiviert Erfahrung statt Wissen, Praxis statt Theorie, Transformation statt Akkumulation. Der […]

Verdrängungsarchitekturen

Soziologisch-ästhetischer Terminus für systematische Ausschlussverfahren, die bestimmte Materialien, Personen oder Ideen aus kulturellen Räumen fernhalten. Diese Architekturen funktionieren weniger durch explizite Verbote als durch subtile Konditionierungen – etwa die spontane Aversion gegen bestimmte Werkstoffe oder die stillschweigende Präferenz für etablierte Medien. Verdrängungsarchitekturen schaffen scheinbar natürliche Hierarchien, die tatsächlich aber historisch konstruiert sind. Ihre Analyse deckt […]

Verfallsästhetik

Kunstpraxis, die Degradationsprozesse als Ko-Autorenschaft installiert. Anders als romantische Ruinenbetrachtung operiert diese Ästhetik mit kalkulierter Kontrollabgabe – das Material bestimmt mit, Zeit wird zur Mitgestalterin. Büttners Kupferbilder etwa bleiben bewusst ungeschützt, ihre Acetathäutungen reagieren auf klimatische Einflüsse nach eigener Logik. Verfallsästhetik meint weniger die Thematisierung von Verfall als dessen Integration ins Werkkonzept, wo Erhalt und […]