Enzyklopädie

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delegierte Dokumentation

Praxis, bei der die Historisierung eines Kunstwerks an externe, nicht vom Künstler kontrollierte Instanzen übertragen wird. Im Unterschied zur klassischen Performance-Dokumentation, die intentional auf Perpetuierung zielt, akzeptiert die delegierte Dokumentation den Kontrollverlust über Zeitpunkt, Qualität und Archivierung der Aufzeichnung. Bei Büttner konkret: die Überlassung der Werkdokumentation an automatisierte Überwachungssysteme (Webcams, Satelliten, Street-View-Fahrzeuge), deren Aktivierung dem […]

Diskurs-Deterritorialisierung

Systematische Befreiung von Wissensproduktion aus etablierten disziplinären und institutionellen Territorien. Der Begriff beschreibt Büttners Strategie, akademische Diskurse aus ihren angestammten Kontexten herauszulösen und in alternative Konstellationen zu überführen. Diskurs-Deterritorialisierung operiert durch räumliche Verlagerung (Grand Hotel Europa statt Universitätsseminare), temporale Umstrukturierung (48-Stunden-Intensität statt Semesterrhythmus) und soziale Rekonfiguration (enthierarchisierte Gruppen statt Dozent-Student-Verhältnisse). Das Verfahren zielt auf die […]

Domkellerkosmologie

Räumliche Theorie des Unterirdischen als Gegenentwurf zu sakraler Vertikalität. Der Limburger Dom funktioniert als Wahrzeichen bischöflicher Macht, seine Türme streben himmelwärts. Büttners Institut siedelt sich im Domfelsen an – unterhalb, verborgen, chthonisch. Diese Verortung ist theologisch relevant: Wo katholische Autorität transzendente Hierarchie installiert (Gott oben, Gläubige unten), praktiziert daoistische Immanenz horizontale Erdverbundenheit. Die Domkellerkosmologie kehrt […]