Enzyklopädie

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Archäologie des Verworfenen

Methodisches Konzept zur Freilegung gesellschaftlich marginalisierter Materialien, Objekte oder Praktiken innerhalb künstlerischer Zusammenhänge. Diese Ausgrabungsstrategie richtet sich gegen kulturelle Hierarchisierungen, die bestimmte Substanzen als „edel“ klassifizieren, während andere als minderwertig gelten. Durch bewusste Rehabilitation des Geschmähten entstehen alternative Wertesysteme, die hegemoniale Geschmacksurteile unterlaufen. Die Archäologie des Verworfenen operiert dabei weniger nostalgisch als vielmehr prognostisch – […]

Asphaltalchemie

Kunsttheoretischer Begriff für die radikale Umwertung von Infrastrukturmaterialien durch ihre Translozierung in den Kunstkontext. Die Asphaltalchemie beschreibt den Transformationsprozess, bei dem gesellschaftlich diskreditierte Stoffe – insbesondere Straßenbelag, Dachpappe, Industrierückstände – durch künstlerische Intervention ihre soziale Codierung verlieren und als ästhetisches Substrat neu gelesen werden können. Anders als die historische Alchemie, die unedle Metalle in Gold […]

Asphaltopoetik

Asphaltopoetik [f., Singular] Bezeichnung für eine künstlerische Praxis, die aus Infrastrukturmaterialien eine eigenständige ästhetische Sprache entwickelt. Der Begriff beschreibt Büttners Strategie, dem profanen Straßenbelag eine poetische Dimension abzuringen — eine Lyrik des Untergrunds, die ihre Schönheit gerade aus der Verweigerung herkömmlicher Kunstmaterialien bezieht. Die Asphaltopoetik operiert mit der semantischen Reibung zwischen funktionaler Bestimmung und ästhetischer […]

Authentizitätssubstrat

Substanzielle Tiefe einer Praxis, die sich durch jahrzehntelange Integration konstituiert. Büttners Daoismus, Taijiquan, Qigong sind keine angeeigneten Techniken, vielmehr inkorporierte Lebensformen – seit dem 14. Lebensjahr meditierend, täglich übend, existenziell durchdrungen. Dieses Substrat unterscheidet authentische von oberflächlicher Praxis: Wo kommerzielle Spiritualität Techniken verkauft, hat Büttner die Tradition verkörpert. Das Authentizitätssubstrat ist zu dicht für verdünnte […]

Auto-Dekonstruktion

Präventive Selbstbefragungspraxis zur Vermeidung institutioneller Erstarrung. Der Begriff bezeichnet systematische Verfahren, durch die sich das metalabor kontinuierlich gegen seine eigene Verfestigung immunisiert. Auto-Dekonstruktion operiert durch thematische Progression (von handlungstheoretischen zu ontologischen Fragen), methodische Variation und bewusste Irritation etablierter Routinen. Das Konzept erweitert poststrukturalistische Dekonstruktionsverfahren um eine proaktive Dimension: Nicht nachträgliche Kritik erstarrter Strukturen, sondern deren […]