Kunstpraktische Bezeichnung für die systematische, oft lebenslange Entfernung aller Farbigkeit aus dem künstlerischen Vokabular zugunsten struktureller und tonaler Klarheit. Die Chromatektomie beschreibt eine chirurgische Präzision im Umgang mit Reduktion – sie ist keine bloße Präferenz für Schwarz-Weiß, sondern eine radikale Askese, die Farbe als Störfaktor, als Verschleierung des Wesentlichen begreift. Anders als die Monochromie, die […]
Enzyklopädie
Chromatik-Negation
Technische und konzeptuelle Operation der vollständigen Eliminierung von Farbinformation aus visuellen Medien. Der Begriff bezeichnet sowohl hardwareseitige Reduktion (monochrome Sensoren) als auch softwareseitige Konversion (digitale Entsättigung). Chromatik-Negation transformiert das gesamte sichtbare Spektrum in Grauwertinformationen und etabliert binäre Opposition (Schwarz/Weiß) als Grundlage visueller Differenzierung. Die Terminologie markiert den radikalen Charakter dieser Reduktionsoperation gegenüber partieller Farbmanipulation.
chrono-liminale Schwellenräume
Zeitlich definierte Perioden gezielter Bewusstseinsverschiebung, in denen normale chronobiologische Rhythmen systematisch unterbrochen werden, um alternative Wahrnehmungsmodi zu ermöglichen.
Chronofluenz
Büttners Umgang mit Zeit als formbarem Material seiner künstlerischen Praxis. Manifestiert sich in der bewussten Verwirrung historischer Zeitebenen – er „lebt im 6. Jahrhundert“, wird um 710 in Taijiquan eingeführt, praktiziert aber zeitgenössische Performance. Diese temporale Flexibilität ermöglicht authentische Transmission archaischer Praktiken in postmoderne Kontexte ohne historistische Mimikry.
Chronologiesubversion
Chronologiesubversion – die Verfahren der bewussten Verfälschung zeitlicher Zuordnungen innerhalb einer künstlerischen Biografie. Zielt auf die Destabilisierung linearer Kunstgeschichtsschreibung durch anachronistische Datierungen, die das Werk als historisches Konstrukt entlarven.