Dreifache Unbestimmtheit im Verhältnis von Performance und Dokumentation: (1) Ungewissheit, ob eine maschinelle Aufzeichnung überhaupt stattfindet; (2) Ungewissheit, ob die Auflösungsqualität ausreicht, um das Ereignis als solches erkennbar zu machen; (3) Ungewissheit, ob die möglicherweise existierenden Bilddaten je von einem menschlichen Betrachter aufgerufen und als Kunstwerk identifiziert werden. Der Begriff adaptiert den quantenphysikalischen Kollaps der […]
Enzyklopädie
Opazitätspoetik
Ästhetische Kategorie für Kunstwerke, deren schwarze, lichtabsorbierende Oberflächen jede Transparenz verweigern und dadurch selbst zum eloquenten Sprecher werden. Die Opazitätspoetik beschreibt eine Rhetorik der Undurchdringlichkeit, bei der die totale Schwärze nicht als Negation, sondern als positive Aussage fungiert. Während transparente Medien durchschaubar bleiben und auf etwas verweisen (etwa Fotografie, die auf die fotografierte Welt zeigt), […]
Orientierungsentbindung
Systematische Suspension der räumlichen oder konzeptuellen Orientierung als Erkenntnismodus. Die Plastiktüten-Performance von 1987 begründet diese Praxis, die in »so werden wir bremen nie erreichen« ihre digitale Fortsetzung findet: Wo dort physische Blindheit, hier infrastruktureller Verbindungsabbruch.
Ost-West-Logik
Ost-West-Logik (f.) Binäre Weltaufteilung, die geographische Kontinuität durch ideologische Markierungen zerschneidet. Diese mentale Kartographie projiziert politische Kategorien auf geologische Realitäten, dabei Eurasien als zusammenhängende Landmasse unsichtbar macht. Die Ost-West-Logik fungiert als kognitive Grenze, die körperlich erfahrbar wird, sobald sie zu Fuß durchmessen wird – dann löst sich die vermeintliche Selbstverständlichkeit der Trennung auf.