Radikale Option, für eine Ausstellung nichts zu produzieren, die Büttner in Bezug auf Eske/Alslebens Diktum durchspielt. Die Enthaltung wird zur positiven Geste, die das Produktionsparadigma der Kunstwelt unterläuft.
Enzyklopädie
Prozessualimprovisation
[f., Singular; von lat. processus = Fortgang + improvisus = unvorhergesehen] Kunstpraktischer Begriff für ein Entstehungsverfahren, das weder geplanter Ausführung noch spontaner Eingebung folgt, sondern sich durch fortlaufendes Tasten, Nachjustieren und Erspüren konstituiert. Die Prozessualimprovisation beschreibt eine leibliche Intelligenz, die dem diskursiven Denken vorausgeht: Der Strich hebt sich, weil mehr Spannung ihn blockieren würde; er […]
Prozessualitätslogik
Ästhetisches Paradigma, das das Kunstwerk vom statischen Objekt zur dynamischen Ereignisfolge transformiert. Diese Logik privilegiert temporale Entfaltung gegenüber räumlicher Fixierung und macht Veränderung zum konstitutiven Prinzip. Werke, die dieser Logik folgen, existieren nur in der Zeit und durch die Zeit.
Pseudo-Dokumentarismus
Effekt nachträglicher Bildbearbeitung (etwa Schwarzweiß-Konversion), der historische Bedeutsamkeit suggeriert; künstliche Archivierung; Produktion von Vergangenheit.
Psychisches Außenlager
Räumlich externalisierte Bewusstseinskapazitäten, die durch tierische Partner bereitgestellt werden. Das Konzept beschreibt, wie Tiere als verlängerte kognitive Apparate fungieren können – etwa wenn Hunde emotionale Zustände riechen, die menschlicher Wahrnehmung entgehen, oder Pferde Gefahren spüren, bevor rational erfassbare Warnsignale auftreten. Diese Externalisierung erweitert den Radius bewusster Aufmerksamkeit über biologische Einzelgrenzen hinaus.