[f., Singular; von lat. processus = Fortgang + improvisus = unvorhergesehen] Kunstpraktischer Begriff für ein Entstehungsverfahren, das weder geplanter Ausführung noch spontaner Eingebung folgt, sondern sich durch fortlaufendes Tasten, Nachjustieren und Erspüren konstituiert. Die Prozessualimprovisation beschreibt eine leibliche Intelligenz, die dem diskursiven Denken vorausgeht: Der Strich hebt sich, weil mehr Spannung ihn blockieren würde; er […]
Enzyklopädie
Prozessualitätslogik
Ästhetisches Paradigma, das das Kunstwerk vom statischen Objekt zur dynamischen Ereignisfolge transformiert. Diese Logik privilegiert temporale Entfaltung gegenüber räumlicher Fixierung und macht Veränderung zum konstitutiven Prinzip. Werke, die dieser Logik folgen, existieren nur in der Zeit und durch die Zeit.