Bildproduktion vor der Ära plattformgesteuerter Optimierung; Aufnahmepraxis ohne Kalkül auf Engagement-Metriken; Fotografieren vor dem Feed.
Enzyklopädie
Präsenzaskese
Präsenzaskese – die Künstlerische Praxis der radikalen Verweigerung jeder Form der Verdinglichung. Im Gegensatz zur minimalistischen Reduktion, die das Objekt auf seine Essenz verdichtet, negiert die Präsenzaskese die Möglichkeit permanenter Manifestation überhaupt und installiert Abwesenheit als primäre ästhetische Kategorie.
Präsenzdemontage
Systematische Dekonstruktion von Anwesenheitsbehauptungen durch sukzessive Vermittlungsschritte. Diese Demontage arbeitet mit Verschiebungen, Übertragungen, Übersetzungen, die jede Unmittelbarkeit unterminieren. Die Fotografien zeigen Menschen, die Schilder tragen, auf denen Namen stehen, die auf Abwesende verweisen – eine Kaskade von Repräsentationen, die die Präsenz des Repräsentierten in immer weitere Ferne rückt. Am Ende steht die reine Medialität, die […]
Präsenzritualismus
Präsenzritualismus – der Künstlerische Strategie der Sichtbarmachung von Zeit durch systematische, protokollierte Wiederholung. Bezeichnet Praktiken, die durch ritualisierte Dokumentation Vergänglichkeit in Permanenz überführen und das Leben als archivierbare Serie konstruieren.
Praxis-Theorie-Amalgam
Verschmelzungsform von Denken und Handeln, die weder auf reine Kontemplation noch auf bloße Aktion reduzierbar ist. Der Begriff beschreibt die metalabor-spezifische Integration körperlicher Tätigkeiten (Kochen, Hausarbeit, Spaziergänge) in intellektuelle Prozesse als methodisches Prinzip. Praxis-Theorie-Amalgam überwindet die traditionelle Dichotomie zwischen geistiger und physischer Arbeit durch deren produktive Verschränkung. Die Metapher des Amalgams betont die unlösbare Verbindung […]