Vernetzte Struktur wechselseitiger Wirkungsbeziehungen, die sich nicht hierarchisch, sondern rhizomatisch organisiert. Anders als der klassische »Resonanzraum« betont das Geflecht die Materialität und Verflechtung der Resonanzlinien – ein dichtes Netz aus Reaktionen, Antworten, Echos, das keine Zentren kennt, sondern nur Knotenpunkte unterschiedlicher Verdichtung. Büttners »Nachtfahrten« erzeugen ein solches Geflecht zwischen Kunstzeitschriften, Szene-Medien und alternativen Diskursen.
Enzyklopädie
Resonanzliteratur
Texte, die Mitfühlen direkt auslösen statt es thematisch zu verhandeln. Diese Literatur operiert weniger über Identifikation als über somatische Ansteckung – die Geburt, die Büttner hört, erzeugt physische Resonanz im Leser. Das Konzept verschiebt den Fokus von repräsentationaler zu performativer Funktion von Sprache. Worte werden zu Übertragungsmedien affektiver Zustände. Die Resonanzliteratur nutzt rhythmische, klangliche, syntaktische […]
Restästhetik
Ästhetische Strategie, die gerade im industriell Übriggebliebenen, in Verwertungsresten und Destillationsendprodukten, das Substrat für künstlerische Kontemplation findet. Die Restästhetik kehrt die traditionelle Logik der Materialauswahl um: Statt dem Erlesenen, Seltenen, Kostbaren wendet sie sich demonstrativ dem zu, was Produktionsprozesse als wertlos aussortieren. Sie arbeitet mit dem, was nach vollzogener Extraktion, Raffination, Destillation übrig bleibt – […]