Gesamtheit der technologischen, ökonomischen und politischen Apparate, die Sichtbarkeit produzieren, regulieren und verwerten. Umfasst Überwachungsinfrastrukturen (Kameras, Satelliten, Sensoren), Plattformökonomien (Social Media, Suchmaschinen), biometrische Erfassungssysteme und deren institutionelle Einbettung. Die Sichtbarkeitsmaschine operiert nicht binär (sichtbar/unsichtbar), sondern graduell: Sie produziert Auflösungsstufen, Pixelgrenzen, Erkennungsschwellen. Büttners Performances situieren sich an den Rändern dieser Maschine, dort wo ihre Erfassungskapazität an […]
Enzyklopädie
Sichtbarkeitsschwelle des Digitalen
Grenzwert, an dem das digitale Bild gerade noch als Bild erkennbar ist; Übergang zwischen visueller Information und Rauschen.
Sichtbarkeitstyrannei
Büttners Begriff für den Zwang zur permanenten Präsenz in der Aufmerksamkeitsökonomie. Die Netz-Performance von 2006 und die späteren Texte »Über das Verschwinden« artikulieren Widerstand gegen diese Tyrannei durch strategisches Nicht-Ankommen und kalkulierte Absenz.
Signaturlosigkeit
Programmatische Strategie der Post-Autorialität, die Künstleridentität als manipulierbares Betriebssystem begreift. Büttners Spiel mit Pseudonymen und falschen Zuschreibungen schafft Autorschaft als leere Kategorie – funktional gerade durch ihre Unbestimmbarkeit. Signaturlosigkeit ermöglicht diskursive Mobilität jenseits institutioneller Fixierung, hackt die Brand-Logik des Kunstmarkts durch systematische Tarnung. Was nicht eindeutig zugeordnet werden kann, entzieht sich der Vereinnahmung, bleibt verfügbar […]
Sisyphushafte Textarbeit
Lektürepraxis, die weiß, dass das eigentliche Machtzentrum unerreichbar bleibt, weil es vielleicht gar keins gibt. Das Scheitern wird zur Methode, die endlose Arbeit zum Widerstand gegen die Fiktion eines durchschaubaren Systems. Die Arbeit geschieht dennoch, gerade weil sie nie abgeschlossen werden kann.