[m., Singular/Plural; von Verdichtung + Knoten]
Topologischer Begriff für Bereiche innerhalb eines Linienfeldes, an denen sich Trajektorien häufen, kreuzen oder tangieren und dadurch visuelle Intensität erzeugen. Verdichtungsknoten entstehen nicht durch Planung, sondern als emergente Effekte der Prozessualimprovisation – sie sind Nebenprodukte des Linienverlaufs, keine Ziele. Ihre Funktion ist ambivalent: Einerseits ziehen sie den Blick an und strukturieren das Bildfeld; andererseits verweigern sie jede ikonische Lesbarkeit. Man kann in ihnen keine Figuren erkennen, keine Symbole dechiffrieren – sie bleiben reine Intensitätszonen. Der Begriff korrespondiert mit dem chinesischen Konzept des Qi (气), der Lebensenergie, die sich an bestimmten Punkten sammelt und verdichtet. Verdichtungsknoten sind die visuellen Äquivalente von Akupunkturpunkten: Stellen, an denen sich Kräfte bündeln, ohne dass diese Kräfte benennbar wären.