Zhang Sanfengs „Lied vom Schlendern“ (1294) beklagt 48 Jahre Wanderschaft ohne Dao-Übertragung. Sascha Büttners 48-Stunden-Formate antworten acht Jahrhunderte später: Nicht-Dokumentation als Methode, Erschöpfung als Ankunft, der unbehauene Klotz als Gegenfigur zum Kunstwerk. Eine Archäologie des künstlerischen Umherschweifens.
Schlagwort: Dérive
Versuch der Wiederholung
Büttner geht die Straße entlang, die Kamera vor der Brust, wobei er nicht fotografiert, was er sieht, sondern wartet, bis die Welt durch ihn hindurch fotografiert, während sein Körper zur bloßen Röhre für das Licht wird, die Stadt atmet durch ihn hindurch, er wird zum Medium, nicht mehr Fotograf, Durchgangsstelle zwischen den Welten, wobei sich […]
Die Poetik der Unvollständigkeit
Zu Sascha Büttners ephemerer Gedenkinstallation Im Sommer 1995 passierte auf dem Wiesbadener Schlachthofgelände etwas Merkwürdiges. Während des internationalen Kunstmeetings „48h – kunst los“ verwandelte Sascha Büttner die riesige Betonfläche hinter den Hallen in einen Denkraum über Erinnerung und deren fundamentale Unmöglichkeiten, wobei seine „Installation für den öffentlichen Raum Nr. 1“ mit der bewussten Verweigerung monumentaler […]