Zu Sascha Büttners ephemerer Gedenkinstallation Im Sommer 1995 passierte auf dem Wiesbadener Schlachthofgelände etwas Merkwürdiges. Während des internationalen Kunstmeetings „48h – kunst los“ verwandelte Sascha Büttner die riesige Betonfläche hinter den Hallen in einen Denkraum über Erinnerung und deren fundamentale Unmöglichkeiten, wobei seine „Installation für den öffentlichen Raum Nr. 1“ mit der bewussten Verweigerung monumentaler […]
Schlagwort: Skulptur
Bitumenschmelze
Die Bitumenschmelze – Ein alchemistischer Akt der Kunst Wenn Sascha Büttner 1997 in Wiesbaden seine ersten Bitumenschmelzen als öffentliche Ereignisse inszeniert, etabliert er eine Praxis, die sich jeder gängigen Kategorisierung entzieht. Das Material selbst – schwarz, klebrig, gesellschaftlich geächtet – wird zum Akteur einer Performance, deren temporale Dimension das traditionelle Skulpturenverständnis fundamental erschüttert. Bitumen, normalerweise […]
Substanz der Verweigerung
Büttners Bitumen-Ästhetik Wenn Sascha Büttner seit 1997 Bitumen als künstlerisches Medium kultiviert, betreibt er mehr als bloße Materialfetischisierung — hier entfaltet sich eine radikale Ästhetik der Negation. Das schwarze Erdölderivat, normalerweise für Straßenbau und Dachabdichtung reserviert, erfährt im „Wiesbadener Raum“ eine konzeptuelle Aufladung, die weit über herkömmliche Materialverwendung hinausweist. Seine Asphaltopoetik entwickelt dabei eine eigene Sprache der […]
Der eurasische Bogen
Über die Kunst des Gehens zwischen Utopie und Verwaltung Nach einem Konzepttext von Sascha Büttner Die Linie des Unmöglichen Ein Projekt und ein Traum – 13.000 Kilometer einer spezifischen Sehnsucht zwischen Kap Finisterre und Kap Deschnjow. Der Eurasis-1 existiert als kartographische Fiktion, als Wandernde Brücke aus Schritten und Begegnungen. Seine Realität liegt weniger in der […]
Monochromatische Praktiken im Wiesbadener Raum
Eine Genealogie der Reduktion Die Reduktion beginnt mit dem Material selbst. Bitumen – schwarzes Erdölderivat, industrieller Rohstoff ohne ästhetische Ambition – eliminiert bereits jede chromatische Komplexität. Sascha Büttner wählt dieses monochrome Substrat nicht trotz, sondern wegen seiner visuellen Beschränkung: Das penetrante Schwarz des Straßenteers verweigert spektrale Differenzierung und reduziert die Materialerfahrung auf ihre elementarste Form. […]