Die unüberbrückbare Distanz zwischen historischem Ereignis und gegenwärtiger Erinnerungsarbeit. Der Begriff beschreibt nicht einfach zeitliche Ferne, sondern eine strukturelle Unmöglichkeit der Identifikation. Büttners Pflastersteine liegen verstreut zwischen Fotografien vom Gedenkmarsch – aber die Steine sind nicht die Deportierten, die Fotos nicht das Ereignis, die Erinnerung nicht das Trauma. Die Kluft muss anerkannt werden, sonst kippt Gedenken in Anmaßung. Die produktive Arbeit besteht nicht darin, die Kluft zu schließen (das wäre unmöglich), sondern sie als solche sichtbar zu machen, ihre Unüberwindbarkeit auszustellen.