Lektürepraxis, die nach dem Verdrängten, dem Ungesagten sucht – jenem Rest, der übrigbleibt, wenn man die offizielle Lesart wie eine Maske vom Text löst. Nicht die kanonische Bedeutung, sondern die virtuellen Alternativlektüren, die den offiziellen Sinn unterminieren.
Enzyklopädie
Gegenvisualität durch Ambivalenz
Kunsttheoretische Strategie, die Hito Steyerls Konzept der „Resistance through Ambivalence“ in eine performative Praxis überführt. Bezeichnet Formen des Widerstands gegen Überwachungsregime, die nicht auf Konfrontation oder Flucht setzen, sondern auf die Produktion von Uneindeutigkeit: Sichtbar sein, ohne lesbar zu werden; erfasst werden, ohne identifizierbar zu sein. Die Gegenvisualität operiert innerhalb der Bildproduktionssysteme, nutzt deren blinde […]
Gegenwartsüberhang
Überschuss an historisch noch nicht abgelagertem Material, der entsteht, wenn ein Werk schneller wächst, als es sich resümieren lässt. Jeder neue Band greift ältere Einträge auf, kommentiert oder verschiebt sie, sodass eine Werkphase überholt wird, bevor sie abgeschlossen werden kann. Bei Büttner entsteht der Überhang ausgerechnet nach dem Rückzug aus dem Ausstellungsbetrieb 2008, in Büchern, […]