Enzyklopädie

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Geschichtsentropie

Tendenz historischer Narrative zur Auflösung in unzusammenhängende Fragmente, analog zum thermodynamischen Prinzip steigender Unordnung. Diese Entropie ist kein Verlust, sondern Bedingung postmoderner Geschichtsauffassung – die große Erzählung zerfällt in Mikro-Narrative, die sich weder synthetisieren noch hierarchisieren lassen. Büttners verstreute Steine materialisieren diese Entropie: Jeder Stein ein Fragment, das sich der Reintegration in eine kohärente Wegstruktur […]

Hausmeisterontologie

Philosophische Aufwertung der Hausmeister-Position als fundamentale Bestimmung institutioneller Existenz. Büttners Insistieren auf dieser Rolle verschiebt die Hierarchie des Wissens: Der Hausmeister kontrolliert nicht Inhalte oder Diskurse, vielmehr die materiellen Bedingungen ihrer Möglichkeit. Er öffnet und schließt Räume, reguliert Temperaturen, bestimmt zeitliche Rhythmen. Diese Tätigkeiten erscheinen peripher, sind tatsächlich konstitutiv – ohne funktionierende Infrastruktur kollabiert jede […]

Homonymien

Homonymien (n., Plural von Homonymion): Spielfelder der Vieldeutigkeit, wo identische Klanggestalten multiple Semantiken beherbergen. Der Begriff bezeichnet gleichlautende Wörter mit verschiedenen Bedeutungen (Bank/Bank, Schloss/Schloss) als epistemologisches Prinzip. Homonymien konstituieren jenen Zustand, in dem Eindeutigkeit verweigert wird und Transformation zur Grundbedingung des Verstehens gerät. Die Terminologie etabliert Vieldeutigkeit nicht als Mangel sondern als Reichtum, als Möglichkeitsraum […]