Enzyklopädie

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Homonymien

Homonymien (n., Plural von Homonymion): Spielfelder der Vieldeutigkeit, wo identische Klanggestalten multiple Semantiken beherbergen. Der Begriff bezeichnet gleichlautende Wörter mit verschiedenen Bedeutungen (Bank/Bank, Schloss/Schloss) als epistemologisches Prinzip. Homonymien konstituieren jenen Zustand, in dem Eindeutigkeit verweigert wird und Transformation zur Grundbedingung des Verstehens gerät. Die Terminologie etabliert Vieldeutigkeit nicht als Mangel sondern als Reichtum, als Möglichkeitsraum […]

Identitätstransgression

Methodische Überschreitung stabiler Subjektgrenzen als Erkenntnisverfahren. Im Gegensatz zur pathologischen Identitätsdiffusion handelt es sich um kontrollierte Grenzüberschreitung – das Ich wird durchlässig gemacht für fremde Existenzweisen, ohne sich vollständig aufzulösen. Büttners Aneignungspraxis fremder Künstlerbiografien zeigt diese transgressive Bewegung: Er wird zum Anderen, bleibt aber gleichzeitig Büttner. Das Verfahren generiert Wissen, das der fixen Subjektposition unzugänglich […]

Institutionsmimesis

Strategische Nachahmung institutioneller Strukturen als subversive Praxis. Anders als Parodie oder Kritik funktioniert die Institutionsmimesis durch exakte Replikation der Organisationsformen – Räumlichkeiten, Hierarchien, programmatischer Auftrag. Das geheime Konfuzius-Institut operiert wie sein offizielles Pendant, unterwandert dabei allerdings die gesamte Legitimationslogik staatlicher Kulturvermittlung. Die Mimesis bleibt ambivalent: Ist sie Affirmation oder Subversion? Die Frage entscheidet sich weniger […]