Enzyklopädie

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Interspezifische Kollaboration

Kreative Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Arten, die über Anthropozentrik hinausreicht und Tiere als gleichberechtigte Ko-Autoren ästhetischer Prozesse behandelt. Der Begriff fasst künstlerische Praktiken, die tierische Spontaneität und Eigendynamik als generative Faktoren integrieren – von Beuys‘ Hasen-Performances bis zu zeitgenössischen Interspecies-Installationen. Kollaboration impliziert dabei wechselseitige Beeinflussung statt einseitiger Instrumentalisierung.

kalkulierte Illegibilität

Bewusste Produktion von Unlesbarkeit bei gleichzeitiger Sichtbarkeit. Anders als Tarnung oder Versteck zielt die kalkulierte Illegibilität nicht auf Unsichtbarkeit, sondern auf die Unterbrechung der Kette von Erfassung, Identifikation und Bedeutungszuweisung. Das Objekt bleibt im Bild, entzieht sich aber der maschinellen oder menschlichen Interpretation. Bei Büttner: Performances, die von Überwachungskameras potenziell aufgezeichnet werden, deren Aufnahmen aber […]

Kognitions-Prothesen

Externe Erkenntnisapparate, die menschliche Informationsverarbeitung durch tierische Sensorleistungen erweitern. Anders als technische Prothesen, die defizitäre Körperfunktionen ersetzen, addieren Kognitions-Prothesen vollständig neue Wahrnehmungskanäle zum bestehenden Repertoire. Sie fungieren als biologische Interfaces zwischen verschiedenen Realitätsebenen und ermöglichen Zugang zu Informationsfeldern, die der menschlichen Sensorik strukturell verschlossen bleiben.