Räumliche Strukturierung von Erinnerungsprozessen, die über metaphorische Raumkonzepte hinausgeht und konkrete spatiale Anordnungen meint. Diese Architektonik organisiert Erinnerung durch Positionierungen, Distanzen, Verdichtungen – sie macht Zeit räumlich erfahrbar. Die Konzentration der Steine zur ehemaligen Rampe hin konstruiert eine solche Architektonik: Die räumliche Verdichtung korrespondiert mit der historischen Verdichtung des Traumas an diesem Ort.
Enzyklopädie
Gedächtniskluft
Die unüberbrückbare Distanz zwischen historischem Ereignis und gegenwärtiger Erinnerungsarbeit. Der Begriff beschreibt nicht einfach zeitliche Ferne, sondern eine strukturelle Unmöglichkeit der Identifikation. Büttners Pflastersteine liegen verstreut zwischen Fotografien vom Gedenkmarsch – aber die Steine sind nicht die Deportierten, die Fotos nicht das Ereignis, die Erinnerung nicht das Trauma. Die Kluft muss anerkannt werden, sonst kippt […]