Die Transformation der Drei Vollendungen

Büttners Gestaltungsrevolution im Zwischenraum von Tradition und Moderne Das, was die chinesische Kunstphilosophie als sanperfektionen fasste – die Synthese aus Poesie, Kalligrafie und Malerei –, erfährt bei Büttner, dem alten Taijiquan-Unsterblichen, eine bemerkenswerte Metamorphose. Seine konzeptuelle Neuschöpfung vollzieht sich durch Technikentbindung – die radikale Befreiung historischer Prinzipien aus dem Korsett starrer Formfixierung. Wo die klassische Lehre der Drei Vollendungen […]

Das metalabor als Heterotopie des Denkens

Die zyklische Wissensproduktion nach Sascha Büttner Am Ende des vierundzwanzigsten Jahres des einundzwanzigsten Jahrhunderts lädt Sascha Büttner zum zehnten Mal zu seinem metalabor ein. Was als experimenteller Thinktank 2016 mit der Frage „Was tun?“ begann, hat sich zu einer Diskurs-Deterritorialisierung entwickelt, die sowohl die Erstarrung akademischer Diskurse als auch die Vereinnahmung durch kulturelle Verwertungslogiken systematisch unterläuft. Das […]

Über den Wiesbadener Raum

Der „Wiesbadener Raum“ ist das vielschichtige Hauptwerk von Sascha Büttner – ein experimentelles Kunstprojekt, das als Manifest, Handbuch und Testfeld zur Erforschung von Bezugs- und Wertesystemen in der Kunst fungiert. Das ursprünglich 2000 als Künstlerbuch konzipierte und später 2019 als gebundene Ausgabe veröffentlichte Werk verschmilzt bewusst die Grenzen zwischen Katalog, Werksverzeichnis, Biografie und Kunstwerk selbst. […]

Substanz der Verweigerung

Büttners Bitumen-Ästhetik Wenn Sascha Büttner seit 1997 Bitumen als künstlerisches Medium kultiviert, betreibt er mehr als bloße Materialfetischisierung — hier entfaltet sich eine radikale Ästhetik der Negation. Das schwarze Erdölderivat, normalerweise für Straßenbau und Dachabdichtung reserviert, erfährt im „Wiesbadener Raum“ eine konzeptuelle Aufladung, die weit über herkömmliche Materialverwendung hinausweist. Seine Asphaltopoetik entwickelt dabei eine eigene Sprache der […]

Die symbiotische Verfassung des Menschen

Über tierische Kooperationen in Kunst und Kampfkünsten Die Moderne isolierte den Menschen von seinen kreatürlichen Partnern und zwang ihn in eine Autonomiefiktion, die seiner tatsächlichen Funktionsweise widerspricht. Tatsächlich operiert er seit jeher als offene Schaltung, deren Funktionalität von biosymbiotischen Partnerschaften abhängt. Was bei indigenen Kulturen selbstverständliche Kosmologie war, muss im europäischen Bewusstsein mühsam rekonstruiert werden: das Tier […]