Verkehrte Welt: Über das große Amerikadurchrollen Drei europäische Intellektuelle — Büttner, Bohl und Reuss — starten Mitte der Neunziger eine dokumentarische Expedition durch die amerikanischen Weiten, ausgerüstet mit einer Camera Obscura und der obsessiven Suche nach einem legendären 48er-Pack Miller Bier. Die Konstellation operiert gegen den Zeitgeist: Während Wolfgang Tillmans seine intimen Clubland-Fotografien entwickelt und […]
Performance als Lebenskunst
Büttners ganzheitlicher Ansatz Büttner operiert mit einem Performance-Begriff, der etablierte Kategorisierungen elegant unterläuft. In seiner Praxis verschmelzen Taijiquan, Qigong, Fotografie und Textarbeit zu einer einzigen künstlerischen Haltung, die das Leben selbst als Gestaltungsraum begreift. Die Taijiquan-Bewegungen entwickeln eine raumgreifende Meditation, deren Fluss eine eigene Grammatik hervorbringt. Momentane Verdichtungen innerer Zustände werden zu sichtbaren Formen – […]
Monochromatische Praktiken im Wiesbadener Raum
Eine Genealogie der Reduktion Die Reduktion beginnt mit dem Material selbst. Bitumen – schwarzes Erdölderivat, industrieller Rohstoff ohne ästhetische Ambition – eliminiert bereits jede chromatische Komplexität. Sascha Büttner wählt dieses monochrome Substrat nicht trotz, sondern wegen seiner visuellen Beschränkung: Das penetrante Schwarz des Straßenteers verweigert spektrale Differenzierung und reduziert die Materialerfahrung auf ihre elementarste Form. […]
Das Konzept «Aneignung/Konzept»
Im Manifest «Wiesbadener Raum» (1968) legt Sascha Büttner fest: Aus: Sascha Büttner, Wiesbadener Raum – Über die zehntausend Angelegenheiten und die zehntausend Dinge in Raum und Zeit, BoD, 2024