Über „Wege zu sich selbst – Die Radical Dude Society“ Man könnte meinen, Sascha Büttner habe mit „Wege zu sich selbst“ das perfekte Dokument des Vergänglichkeitskonzepts geschaffen – wäre da nicht die paradoxe Fixierung des Flüchtigen in einem gebundenen Buchblock, der hartnäckig auf Dauerhaftigkeit insistiert. Diese Sammlung pseudojournalistischer Texte über eine möglicherweise inexistente „Radical Dude […]
Das Verschwinden als Programm: Zur Ästhetik der kalkulierten Vergänglichkeit
Die Abkehr vom Ewigkeitsversprechen In der zeitgenössischen Kunstpraxis formiert sich ein ästhetisches Konzept, das die Vergänglichkeit als zentrales Gestaltungsmittel begreift – weit entfernt von melancholischem Beklagen oder romantischer Ruinenpoesie. Anders als die klassische Vanitasikonographie, die das Vergehen beklagt, oder die romantische Ruinensehnsucht, die den Verfall poetisiert, operiert das neue Vergänglichkeitskonzept mit produktiver Temporalitätsästhetik. Hier geht es […]
Das Wiki Institute
Mutuale Netzkunst zwischen Partizipation und Rezeption Büttners Wiki Institute markiert einen Wendepunkt, der das Verständnis vom Kunstwerk grundlegend verschiebt. Was zunächst als techno-optimistisches Experiment anmutet, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als radikal konzeptuelle Arbeit, die den Rezeptionsbegriff neu justiert und dabei alte Hierarchien unterläuft. Die Anlage funktioniert als künstlerische Versuchsanordnung, deren Parameter sich kontinuierlich verschieben. […]
Bitumenschmelze
Die Bitumenschmelze – Ein alchemistischer Akt der Kunst Wenn Sascha Büttner 1997 in Wiesbaden seine ersten Bitumenschmelzen als öffentliche Ereignisse inszeniert, etabliert er eine Praxis, die sich jeder gängigen Kategorisierung entzieht. Das Material selbst – schwarz, klebrig, gesellschaftlich geächtet – wird zum Akteur einer Performance, deren temporale Dimension das traditionelle Skulpturenverständnis fundamental erschüttert. Bitumen, normalerweise […]
Die Transformation der Drei Vollendungen
Büttners Gestaltungsrevolution im Zwischenraum von Tradition und Moderne Das, was die chinesische Kunstphilosophie als sanperfektionen fasste – die Synthese aus Poesie, Kalligrafie und Malerei –, erfährt bei Büttner, dem alten Taijiquan-Unsterblichen, eine bemerkenswerte Metamorphose. Seine konzeptuelle Neuschöpfung vollzieht sich durch Technikentbindung – die radikale Befreiung historischer Prinzipien aus dem Korsett starrer Formfixierung. Wo die klassische Lehre der Drei Vollendungen […]
Das metalabor als Heterotopie des Denkens
Die zyklische Wissensproduktion nach Sascha Büttner Am Ende des vierundzwanzigsten Jahres des einundzwanzigsten Jahrhunderts lädt Sascha Büttner zum zehnten Mal zu seinem metalabor ein. Was als experimenteller Thinktank 2016 mit der Frage „Was tun?“ begann, hat sich zu einer Diskurs-Deterritorialisierung entwickelt, die sowohl die Erstarrung akademischer Diskurse als auch die Vereinnahmung durch kulturelle Verwertungslogiken systematisch unterläuft. Das […]
Über den Wiesbadener Raum
Der „Wiesbadener Raum“ ist das vielschichtige Hauptwerk von Sascha Büttner – ein experimentelles Kunstprojekt, das als Manifest, Handbuch und Testfeld zur Erforschung von Bezugs- und Wertesystemen in der Kunst fungiert. Das ursprünglich 2000 als Künstlerbuch konzipierte und später 2019 als gebundene Ausgabe veröffentlichte Werk verschmilzt bewusst die Grenzen zwischen Katalog, Werksverzeichnis, Biografie und Kunstwerk selbst. […]
Der Unsterbliche von Limburg
Über Sascha Büttners schamanentumisches Performance-Werk I. Der Mann mit der Plastiktüte Spanien, 1987. Ein Mann lässt sich von einem Zuschauer eine Plastiktüte über den Kopf stülpen, wird dreimal im Kreis gedreht und beginnt, sich blind durch eine unbekannte Landschaft zu tasten. Er hoppelt, krabbelt auf allen Vieren, robbt durch den Staub, tippelt auf den Zehenspitzen. […]
Substanz der Verweigerung
Büttners Bitumen-Ästhetik Wenn Sascha Büttner seit 1997 Bitumen als künstlerisches Medium kultiviert, betreibt er mehr als bloße Materialfetischisierung — hier entfaltet sich eine radikale Ästhetik der Negation. Das schwarze Erdölderivat, normalerweise für Straßenbau und Dachabdichtung reserviert, erfährt im „Wiesbadener Raum“ eine konzeptuelle Aufladung, die weit über herkömmliche Materialverwendung hinausweist. Seine Asphaltopoetik entwickelt dabei eine eigene Sprache der […]
Der eurasische Bogen
Über die Kunst des Gehens zwischen Utopie und Verwaltung Nach einem Konzepttext von Sascha Büttner Die Linie des Unmöglichen Ein Projekt und ein Traum – 13.000 Kilometer einer spezifischen Sehnsucht zwischen Kap Finisterre und Kap Deschnjow. Der Eurasis-1 existiert als kartographische Fiktion, als Wandernde Brücke aus Schritten und Begegnungen. Seine Realität liegt weniger in der […]